Weltglockengeläut 2007

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Die weltweite Verbreitung der Apoldaer Glocken wird alle vier Jahre mit einem globalen Konzert gefeiert.


ApoldaerGlockenaufdemWegnachJerusalem1911Geschichte und Klang der mächtigen Instrumente werden dabei auch musikalisch interpretiert. Die dritte Auflage des weltumspannenden Konzerts findet am 11. August 2007 statt. Ab 14.00 Uhr wird der Marktplatz Apolda erneut zur Schaltstelle eines Großereignisses mit dem Reiz des Experimentellen. Die Verbindung zwischen Apolda und den Glocken wird mit einer Hommage an die facettenreiche Glockenkultur in aller Welt belebt. Das Besondere im Jahr 2007: Unter dem Titel "Glocken sind Musik" wird das Apoldaer Glockengeläut vom MDR Fernsehen live übertragen, mit Einspielungen und Live-Schaltungen aus fünf Kontinenten. Auch im Internet kann das interkontinentale Ereignis überall verfolgt werden. Das erste Weltglockengeläut war Teil des Kulturstadtprogramms Weimar 1999. Das nächste, 2003, wurde als Klang- und Kommunikationsereignis bereits einem größeren Publikum nahe gebracht. Glockenpartner aus Australien, Argentinien, Namibia, USA, Nepal, Bali und der Schweiz wurden live zugeschaltet und von musikalischen Paten auf der Bühne in Apolda begleitet.


Eine herausragende Rolle spielte dabei der ‚decke Pitter' im Kölner Dom, die 1923 in Apolda gegossene größte frei schwingende Glocke der Welt, die nur zu seltenen Anlässen geläutet wird, wobei nicht nur die Kölner eine Gänsehaut bekommen. Der größte Schatz der Glocken ist ihr Klang, der auch nach hundert oder zweihundert Jahren nichts von seiner Lebendigkeit eingebüßt hat.

Auch in der näheren Umgebung lässt sich das belegen

Grossromstedt_Für das Konzert 2007 werden in Zusammenarbeit mit den Kirchgemeinden ausgewählte Geläute der Region einbezogen, z.B. aus Rannstedt, Großromstedt und Rastenberg. Aus Tonaufnahmen dieser Glocken werden die Musiker Gert Anklam, Silke Gonska und Frieder Bergemann gemeinsam mit den Tänzerinnen der Gruppe ‚Devi Dance' eine choreografisch unterstützte Komposition entwickeln, die am 11. August uraufgeführt wird. Durch die Veranstaltung in Apolda führt Blanka Weber, bekannt als MDR-Moderatorin, unter anderem beim Thüringen-Journal. Auch beim dritten Weltglockengeläut besteht die Faszination darin, dass die Glockenklänge sich wie Wellen über Stadt und Land in alle Welt ausbreiten, bis ihr Echo zum Ausgangspunkt zurückkehrt. Folgerichtig macht den Anfang das Geläut der Apoldaer Lutherkirche, das ohne technische Hilfe in der Stadt zu hören ist. Die drei symbolträchtigen Glocken aus drei Jahrhunderten zeugen von der Kunst der Apoldaer Glockengießer Rose (1722), Ulrich (1870) und Schilling (1950). Danach werden im Wechsel mit dem Bühnenprogramm Glockenbeiträge aus unterschiedlichen Zeitzonen und Kulturen zugeschaltet. Wie in den Vorjahren, werden Musiker auf der Bühne einen Dialog mit den Glocken führen. Das Geschehen wird für alle gut sichtbar auf einer großen ‚VidiWall' am Rathaus Apolda übertragen.

Ein neuer Aspekt 2007 wird die visuelle Darstellung der Glockenklänge sein. Auf der Videoleinwand kann das Publikum verfolgen, wie die akustischen Schwingungen der Glocken in kunstvolle Klangbilder übersetzt werden. Jede der vorgestellten Glocken hat ihren eigenen Klang, ihre Geschichte und Bedeutung für das Leben der Gemeinschaft. Für bedeutende Geläute steht die Teilnahme beim Konzert 2007 schon fest: So werden die Glocken der Dresdner Kreuzkirche, 1899 von Franz Schilling in Apolda gegossen, im Dialog mit der Orgel der Kreuzkirche erklingen und nach Apolda sowie parallel ins Fernsehen übertragen – gespielt wird die "Fuge über die Töne des Glockengeläuts der Kreuzkirche zu Dresden: E,G, A, H, D" von Oskar Wermann (1840-1906).

      • Aus Magdeburg erklingt auf dem Glockenspiel im alten Rathaus "Freude schöner Götterfunken" – wie schon zur Einweihung 1974.
      • Der in Harvard lehrende Musiker Hans Tutschku aus Weimar – auch in Apolda hat er schon Musikunterricht gegeben – steuert eine Komposition für ein aus Russland stammendes Glockenspiel bei, das jetzt auf dem Campus der Harvard University steht.
      • In Kathmandu, Nepal, studieren Salil Kanika und örtliche Künstler einen Glockentanz ein – auch der wird in Bild und Ton live nach Apolda übertragen.Und aus Lützelflüh im Schweizer Emmental wird, wie schon 2003, eine von Paul Christ vom ‚Rainbow Project' inszenierte Parallelveranstaltung zugeschaltet, mit Treicheln (Kuhglocken), Schweizer Glockenkünstlern und den nepalesischen Gastmusikern Navaraj Gurung (Tabla) und Shyam Nepali (Sarangi)

Neben den Live-Schaltungen werden Repräsentanten aus der Familie der ca. 20.000 in aller Welt verteilten Apoldaer Glocken erklingen, zum Beispiel aus

      • Rom (Evangelisch lutherische Christuskirche),
      • Dar es Salam / Tansania (Azania Front Cathedral) und
      • Tanunda / Südaustralien (Tabor Lutheran Church).

Zum großen Finale gibt es eine Live-Schaltung nach Buenos Aires – dort erklingen auf einem 1930 in Apolda gefertigten Glockenspiel Tango-Melodien. Das Glockenspiel wird derzeit fürs Weltglockengeläut extra wieder in Schuss gebracht. Ganz zum Schluss spielt auch auf der Bühne in Apolda die argentinischen Band ‚Sexteto Milonguero', mit einer Tango-Tanz Choreografie von Carlos Tapias. Am 11. August werden auf dem Marktplatz Apolda mehrere tausend Besucher erwartet. Rechnet man die Zuschauer der MDR Live-Sendung, das Internet-Publikum aus aller Welt und die Teilnehmer in den Partnerorten dazu, lässt sich über die tatsächliche Verbreitung des Konzertereignisses nur spekulieren. Die Glockenstadt Apolda und der ideenreiche Kunstverein Apolda Avantgarde e.V. sind gemeinsame Veranstalter des Weltglockengeläuts, Kurator ist wie 1999 und 2003 der Medienkünstler Micky Remann, die Schirmherrschaft hat der Thüringer Minister für Justiz, Herr Harald Schliemann übernommen. Am 22. Mai 2007 hat er den Veranstaltern einen Scheck überreicht. Weitere finanzielle Unterstützung kommt von der Sparkasse Mittelthüringen, auch engagieren sich viele regionale Firmen, Institutionen und Privatleute für das Gelingen des Apoldaer Weltglockengeläuts. Wie die kleine thüringische Kreisstadt die Glockentradition und die Glockenkultur belebt, davon kann sich ein großes, internationales Publikum überzeugen. Der 11. August 2007 steht unter einem Motto, mit dem das Apoldaer Weltglockengeläut mittlerweile zum Begriff geworden ist: "Glocken sind Musik, Glocken verbinden, Glocken lassen aufhorchen."

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